Am 12.04. berichtete das WDR-Studio Siegen in der Lokalzeit Südwestfalen über Mängel in Schweinemastbetrieben im Kreis Soest. Im Rahmen von Routinekontrollen waren mehr als 100 Betriebe kontrolliert worden.

Im Wortlaut: "Es sind tierschutzrechtliche Mängel aufgefallen und zwar bei mehr als jedem dritten Betrieb. Bei fünf Schweinebauern hat der Kreisveterinär (Herr Prof. Dr. Hopp) sogar ein Strafverfahren eingeleitet. Hauptsächlich wurden da kranke und verletzte Tiere mangelhaft betreut. Außerdem hat der Kreis fünf Bußgelder verhängt und viele Belehrungen ausgesprochen. Für den Kreisveterinär sei die Schweinehaltung aber insgesamt nicht kritisch, denn wegen der langjährigen Kontrollen hätten sich die Verhältnisse insgesamt verbessert."

Hier geht es zur Lokalzeit Südwestfalen (Der Beitrag ist nur eine begrenzte Zeit abrufbar).

Der Pressesprecher des Kreises Soest, Herr Müschenborn, teilt ergänzend zu dem Beitrag mit:

„Grundsätzlich kontrollieren wir risikoorientiert 20% der gewerblichen Schweine- und Rinderhaltungen und 50% der Geflügelhaltungen. Außerdem finden anlassbezogene Kontrollen statt, z. B. bei Tierschutzanzeigen.

In 2020 wurden 112 Schweinehaltungen, 92 Rinderhaltungen , 18 Geflügelhaltungen und 19 Schaf- und Ziegenhaltungen kontrolliert. In 44 Schweinehaltungen, 22 Rinderhaltungen, 4 Schaf- und Ziegenhaltungen und 10 Geflügelhaltungen wurden dabei tierschutzrechtliche Mängel dokumentiert, die entsprechende Maßnahmen nach sich zogen.

Es wurden 2 Ordnungsverfügungen bezüglich der Haltung und Betreuung von Tieren erlassen, davon ein Haltungs- und Betreuungsverbot.

Es gab 5 Strafverfahren gegen Schweinehalter, hauptsächlich wegen der mangelhaften Betreuung kranker oder verletzter Tiere.

1 Strafverfahren gegen eine Schafhalter wegen mangelhafter Versorgung der Tiere.

Weiterhin gab es 5 Bußgeldverfahren wegen Haltungsmängeln bei Schweinen, Schafen, Kälbern und Hühnern.

7 Bußgeldverfahren wurden gegen Masthähnchenhalter wegen Überschreitung der Besatzdichte durchgeführt.

Bei den übrigen festgestellten weniger gravierenden Verstößen wurden mündliche und schriftliche Belehrungen vorgenommen mit der Aufforderung innerhalb einer Frist die Mängel abzustellen. Danach erfolgten Nachkontrollen.

Bei den straffälligen Tierhaltern handelt es sich um ,schwarze Schafe‘. Die Schweinehaltung ist nicht insgesamt als kritisch anzusehen. Die Verhältnisse haben sich auch aufgrund unserer mittlerweile langjährigen Kontrollen insgesamt gebessert.

Ein Grundproblem besteht im Umgang mit kranken und verletzten Tieren, weil Landwirte oft davor zurückschrecken, aussichtslos kranke Tiere rechtzeitig von ihren Leiden zu erlösen.“