Weil Hühner selber nicht schreiben können, haben wir von der BI aus einen Brief an die Verhandlungsführer/in von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag geschrieben. Denn in den nun beginnenden Koalitionsverhandlungen werden die Rahmenbedingungen für die Regierungsarbeit in den nächsten vier Jahren festgelegt. Leider hat der Bundestag keinen Briefschlitz. So mussten wir das Schreiben dann doch in den Briefkasten stecken ...

Zwei Personen in Hühnerkostümen halten vor dem Reichstag ein Banner mit der Aufschrift "Keine Tierfabrik in Berlingsen und anderswo"

 

Den nachfolgenden Text haben wir Annalena Baerbock und Robert Habeck als Verhandlungsführer von Bündnis 90/Die Grünen geschickt:

Die Bürgerinitiative Berlingsen hat sich gegründet, um den Bau einer Hähnchenmastanlage im Ortsteil Berlingsen der Gemeinde Möhnesee in Westfalen zu verhindern. Neben Einzelpersonen wird sie im Wesentlichen vom BUND und vom OV Möhnesee von Bündnis 90/Die Grünen getragen. Weitere Infos zu unserer BI findet Ihr unter:

 www.nachhaltigelandwirtschaft.eu

Mit großem Interesse haben wir die Diskussionen um das Tierwohl und die Borchert-Kommission verfolgt sowie die Bemühungen von Martin Häusling im EU-Parlament, den Antibiotika-Einsatz in der Massentierhaltung stärker zu regulieren. Die Ergebnisse waren jeweils eher enttäuschend.

Wir bitten Euch daher, im Rahmen der Koalitionsverhandlungen dafür Sorge zu tragen, dass folgende Ziele der neu zu bildenden Bundesregierung vereinbart werden:

  • Die neue Bundesregierung wird für klare Regelungen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen von Tieren sorgen und die für den Umbau der Landwirtschaft erforderlichen Mittel bereitstellen.
  • Die Bundesregierung wird insbesondere eine Kampagne gegen nicht tiergerechte Haltungsbedingungen von Hühnern und Hähnchen initiieren und finanzieren, vergleichbar der „Qual-Hähnchen-Kampagne“ in den Niederlanden.
  • Die Bundesregierung wird den Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung neu regeln und dafür Sorge tragen, dass festgelegte Gruppen von Antibiotika der Behandlung von Menschen vorbehalten werden und nur in einzelnen, gegenüber den Veterinärämtern zu begründenden Ausnahmefällen für die Einzeltierbehandlung eingesetzt werden dürfen.
  • Die Bundesregierung stellt sicher, dass kein Fleisch und keine Fleischprodukte, die mit multiresistenten Keimen belastet sind, vermarktet werden, um den Gesundheitsschutz der Bevölkerung sicherzustellen und einer drohenden Pandemie durch multiresistente Bakterien vorzubeugen.

Wir wünschen Euch viel Erfolg für Eure Verhandlungen.

Zwei Hühner stecken vor dem Berliner Hauptbahnhof einen Brief in einen Briefkasten