"Masthähnchen" ist der Fachbegriff für Hühner, die zum Zwecke der Mast gehalten werden. Dabei handelt es sich ausschließlich um weibliche Tiere, weil diese schneller an Gewicht zulegen als männliche Tiere.

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 Klassifizierung von Masthähnchen:

  • Kurzmast für Grillhähnchen mit 28 bis 30 Tagen
  • Mittellangmast für Hähnchenteile mit 32 bis 35 Tagen
  • Langmast für die Hähnchenbrust mit 38 bis 42 Tagen.

 

Wie ist das möglich?

  • durch speziell gezüchtete Tiere, die extreme Brustmuskel ausbilden;
  • durch das Schreddern der männlichen Küken, die etwas langsamer wachsen als die weiblichen;
  • durch Hochleistungsfutter, das zum Teil importiert wird;
  • durch die Gabe von Medikamenten wie Antibiotika und Wachstumshormonen, wodurch multiresistente Keime (MRSA) entstehen können;
  • durch die Haltung bei Dämmerlicht. Dadurch wird die Bewegung der Masthähnchen reduziert;

 

Wie entwickeln sich die Masthähnchen?

  • Küken schlüpfen mit 42g
  • nach einer Woche bereits 150g Körpergewicht
  • nach 42 Tagen 2,5 kg Körpergewicht. Das ist ihr Maximum an Lebenszeit; sie könnten danach nicht mehr überleben aufgrund des Ungleichgewichts, das durch die extrem ausgeprägten Brustmuskeln hervorgerufen wird. Daraus würden Knochenbrüche & Kreislaufprobleme resultieren. Sie sind zu dem Zeitpunkt noch nicht geschlechtsreif (erst nach 15 Wochen);
  • Vergleich zur menschlichen Entwicklung: Ein Baby wiegt bei der Geburt ca. 3500g. Es würde bei der Einschulung (mit ca. 6 Jahren) 210 kg wiegen.

 

Wie werden die Masthähnchen gehalten?

  • Die optimale Gruppengröße für Hühner beträgt 90 Tiere. Bei über 1.000 Hühnern ist keine soziale Rangordnung mehr möglich. Die gewöhnliche Größe bei Mastanlagen liegt über 25.000 Tieren.
  • Aufgrund des extremen Platzmangels können die Hühner nicht die arttypische soziale Distanz wahren. Sie liegen viel und haben Stress, wodurch Verhaltensstörungen und Erkrankungen gefördert werden. Wiederholtes gegenseitiges picken ist die Folge. Dadurch ziehen die Tiere sich Verletzungen zu, mitunter mit Todesfolge.
  • Sie haben meist keinen Zugang zu Frischluft;
  • Aufgrund der Körperwärme ist eine Klimatisierung erforderlich, bei deren Ausfall oder unzureichender Funktion Tausende von Hühnern binnen weniger Stunden ersticken können.
  • Insgesamt resultiert aus den Haltungsbedingungen eine hohe Sterblichkeitsrate.

 

Umwelt- und tierfreundliche Alternativen:

  • Freilandhaltung oder intensive Auslaufhaltung;
  • Haltung in Kleingruppen;
  • Reduzierung des Konsums oder kompletter Verzicht; stattdessen gesunder und nachhaltiger Konsum von 15 kg pro Jahr nachden Empfehlungen der EAT-Lancet-Kommission ( https://www.thelancet.com/commissions/EAT);
  • pflanzliche Alternativen und Fleischersatzprodukte sparen CO²-Emissionen ein.

 

Zusammengestellt von Johanna Grabs, Bewrlingsen