(Veröffentlicht im Soester Anzeiger vom 29.12.2020)

Alle Achtung, fast möchte man den Mut des Bauern bewundern, der sich in heutiger Zeit noch traut, in zwei Riesenställe für insgesamt 80 000 Hähnchen zu investieren.

Sieht man mal von den berechtigten Bedenken gegen die Emissionen und den Entsorgungsverkehr auf unseren Straßen ab, und

sieht man mal von der baulichen Verschandelung der Landschaft und der Versiegelung

von Böden ab, so bleibt für mich, die ich gern Hähnchenfleisch esse, die Furcht vor immer mehr resistenten Keimen, die aufgrund von notwendiger Versorgung so vieler Tiere auf so geringem Platz mit Antibiotika entstehen.

MRSA ist in deutschen Krankenhäusern angekommen, aus denen mancher aufgrund von Infektionen mit diesem tödlichen Keim nicht mehr lebendig heraus gekommen ist.

Schade um die vielen Euros, die zum Wohl aller in eine wirklich nachhaltige Tierzucht besser investiert wären. Ich jedenfalls warte sehnsüchtig auf Hähnchenfleisch in unseren Läden, das nicht mit Antibiotika behandelt, und das unter solchen Bedingungen produziert wurde, bei denen die Tiere mit genügend Platz für eine artgerechte Haltung leben durften. 80 000 ist für solches Vorhaben undenkbar, schade!

Dr. Judith Tornau-Opitz, Soest